HUNDE BEI NINTENDO

Vor einigen Wochen gab es in "Pilze-Wunderland on air" das Thema "Katzen bei Nintendo". Heute reden wir als kleinen Gegensatz dazu über die kläffenden Vierbeiner, sprich: Über Hunde!

Ganz am Anfang muss dabei das Mario-Universum stehen: Erstmals in "Super Mario Bros. 3" tauchte der Kettenhund auf, der bis heute in zahlreichen weiteren Mario-Spielen vertreten ist. Eigentlich ist der Kettenhund gar kein richtiger Hund, sondern eine schwarze Kugel mit grimmigem Gesicht - im Englischen heißt er auch nicht etwa "chain dog", sondern Bow Wow. Der Kettenhund wird mittels einer Kette mit einem Block verbunden und versucht, nach Mario zu schnappen, wenn dieser in Reichweite kommt. Mario kann fast nur ausweichen, denn ausgeschaltet werden kann der Kettenhund ausschließlich durch einen Stern. In einigen Spielen könnt ihr die Kettenhunde aber auch befreien, etwa in "Super Mario 64": Im ersten Level gilt es, einen Pfahl in die Erde zu rammen, an den ein Riesen-Kettenhund gebunden ist. Ist der Pfahl fort, versteht der Kettenhund, dass ihr ihm eigentlich helfen wollt. Frisch in Freiheit, hört er daher auf, nach euch zu schnappen, sondern ebnet euch im Gegenteil den Weg zu einem Stern.

Ein weiterer Hund aus dem Mario-Universum ist Poochy, wenngleich dieser eher zu Yoshi gehört. Erstmals aufgetaucht ist Poochy in "Yoshi's Island", wobei er dort im Deutschen noch Schnuffel genannt wurde. Aktuell ist Schnuffel in "Poochy & Yoshi's Woolly World" auf dem Nintendo 3DS wieder zu erleben und bekam dazu auch einen eigenen flauschigen Woll-Amiibo. Schnuffel ist ein großer, aber sehr freundlicher bis treudoofer Hund, der für Yoshi als eine Art Reittier dient: Der kleine Dinosaurier kann auf Schnuffels Rücken springen und sich von ihm dann über Stacheln und ähnlich unwegsames Gelände tragen lassen. Im originalen "Yoshi's Island" tauchte er in gerade mal drei Leveln auf, davon ein Bonus-Level. In "Poochy & Yoshi's Woolly World" könnt ihr ihn in jedem Level herbeirufen.

Einen kleinen Gastauftritt hat Schnuffel zudem in Form einer Bude im Hintergrund des Baby Parks aus "Mario Kart Double Dash", außerdem ist er einer von Yoshis Freunden in "Tetris Attack" auf dem Super Nintendo, welches damals noch die Charaktere aus "Yoshi's Island" nutzte. Der Nachfolger "Pokémon Puzzle Challenge" setzte hingegen voll und ganz auf die Taschenmonster.

Apropos Pokémon: Klar gibt es auch den einen oder anderen Hund in der Pokémon-Welt. Bereits in der ersten Generation gab es Fukano und Vulpix, die beide dem Typ Feuer angehören und sich per Feuerstein weiter entwickeln. Sie sind je nach Edition ein Exklusiv-Pokémon, so gibt es Fukano nur in "Rot", Vulpix hingegen nur in "Blau". Fukano ist dabei tatsächlich ein Hund, Vulpix dagegen eher ein Fuchs. Fukano findet ihr wild auf Route 7 und 8 sowie im Pokémon-Haus auf der Zinnoberinsel. Nach seiner Weiterentwicklung wird es zu Arkani, welches damals auch als legendäres Pokémon angesehen wurde: Zum einen stand auf der Arkani-Sammelkarte aus dem Basis-Set "Legendär-Pokémon", zum anderen war es auf der Steintafel im Pokémon Center von Vertania City neben den legendären Vögeln Arktos, Zapdos und Lavados zu sehen - in der Anime-Episode "In letzter Minute". Ash hat damals übrigens das Arktos auf der Tafel als Ho-oh fehlinterpretiert. Und der Pokédex der Gelben Edition bezeichnet Arkani als "legendäres Pokémon aus China". Der Pokédex in "Pokémon Stadium" wurde dann etwa genauer und verriet, dass Arkanis Schönheit als legendär angesehen wird.

Definitiv keine Hunde sind hingegen Entei, Suicune und Raikou, das legendäre Trio der zweiten Generation. Damals wurden sie gern als legendäre Hunde bezeichnet, weil die Sprites auf dem Gameboy Color nicht so genau waren. Inzwischen ist aber offiziell, dass Entei ein Löwe, Raikou und Tiger und Suicune ein Gepard sein soll.

Nichtsdestotrotz gab es in allen weiteren Generationen immer neue Hunde-Pokémon - oftmals Kleinvieh für den Spielanfang, das sich auf den ersten Routen fangen lässt, wie etwa Fiffyen in "Rubin & Saphir" oder Yorkleff in "Schwarz & Weiß". Nicht ganz so früh im Spiel ließen sich die Hunde der zweiten Generation in "Gold & Silber" blicken. Da gab es zum einen den rosa Knuddelköter Snubbull, der im Anime immer gern Mauzi in den Schweif biss - gute Übung für seine irgendwann anstehende Entwicklung zu Granbull, bei der es richtig mächtige Beißwerkzeuge erhält. Zum anderen gab es auch den finsteren Höllenhund Hunduster, der bevorzugt nachts anzutreffen ist und sich zu dem dämonischen Hundemon weiterentwickeln kann.

Pokémon spricht allgemein eine breite Spielerschicht an, ist aber trotzdem kein so genanntes Casual Game - im Gegensatz zu "nintendogs", welches erstmals im Jahr 2005 für den Nintendo DS erschien - in damals drei Editionen, die sich in den Hunderassen unterscheiden, die ihr darin gern haben könnt. "nintendogs" ist nämlich eine Haustier-Simulation und verlangt von euch nicht viel mehr, als euch um ein virtuelles Haustier zu kümmern, in diesem Fall eben um einen Hund. Ihr könnt mit eurem vierbeinigen Freund spazieren gehen, mit ihm an kleinen Wettbewerben teilnehmen und euch auch mit anderen Spielern verbinden, damit die Hunde miteinander herumtollen können.

Später gab es auf dem Nintendo 3DS als Nachfolger "nintendogs + cats", der neben Hunden nun auch Katzen enthält. Und in der "Super Smash Bros."-Reihe kam ein Original-nintendog als Helfertrophäe zurück: Er schleckt von innen den Bildschirm ab und versperrt damit allen Teilnehmern die Sicht. Außerdem gibt es ein Hundezimmer als Stage, wo gern mal übergroße Bauklötze von der Decke fallen.

Ein anderes Spiel, das nicht weit von Casual Games entfernt ist, aber dennoch eine sehr große Fan-Gemeinde finden konnte, ist die Lebenssimulation "Animal Crossing", die bereits auf dem Nintendo 64 ihren Anfang nahm - wir in Europa bekamen den ersten Teil aber erst ein paar Jahre später in einer für den Gamecube umgearbeiteten Version zu Gesicht. Ihr zieht darin in ein Dorf, das von Tieren bevölkert wird, und müsst euch in eurer neuen Heimat einleben - das ist alles, was das Spiel von euch verlangt! Dabei lässt es sich nicht vermeiden, dass ihr auch auf den einen oder anderen vermenschlichten Hund trefft. Das wohl bekannteste Beispiel dürfte der Beagle K.K. Slider sein. Er basiert auf Kazumi Totaka, dem Komponisten von "Animal Crossing", der auf den Spitznamen Totakeke hört - und aus dem "keke" wurde das "K.K." von K.K. Slider. Entsprechend musikalisch ist auch der weiße Hund: Er taucht mit seiner Gitarre zu regelmäßigen Zeiten in eurer Stadt auf und gibt Konzerte. Für die tierischen Stadtbewohner ein Ohrenschmaus, für den ein oder anderen Kibo-Hörer nur "Klo-Musik".

Ähnlich unbeliebt wie die Musik von K.K. Slider, ist bei euch Hörern auch "Yo-Kai Watch", dennoch muss der Yo-Kai Möter hier ebenfalls erwähnt werden. Möter ist ein Yo-Kai, der auch ohne Yo-Kai Watch von Menschen gesehen werden kann und dessen Lebensinhalt darin besteht, die Menschen durch sein Aussehen zu erschrecken. Möter ist nämlich ein Pudel, der aber das Gesicht eines erwachsenen Mannes hat. Tatsächlich war Möter früher ein Geschäftsmann, wurde aber nach 32 Jahren Firmenzugehörigkeit gefeuert. Er versuchte zunächst, seine Verzweiflung im Alkohol zu ertränken, und als er sich dann, leicht angeheitert, auf dem Heimweg befand, stieß er an einen Stapel Holzbretter. Diese fielen um, erschlugen den armen Mann und nahmen auch noch einen Hund mit in den Tod. Die beiden fusionierten daraufhin zu dem Yo-Kai Möter, der dazu verdammt ist, als eine Art Schreckgespenst durch die Nacht zu ziehen. Möter gehört außerdem zu den wenigen Yo-Kai, die sich weiter entwickeln können: Auf Level 22 wird er zu dem zweiköpfigen Höllenhund Dobbelmann.

Vor allem im Anime bekam ein Möter eine große Rolle: Ihm wurde die Miniserie "Gesprengte Hundeketten" gewidmet, die in kleinen Portionen in den überschüssigen Minuten nach der Hauptfolge gezeigt wird. Sie erzählt davon, wie Möter durch ein Missverständnis mit dem Gesetz in Konflikt kommt und was er dann in einem Hochsicherheitsknast alles erleben muss.

Nicht vergessen werden darf General Pepper aus der "Star Fox"-Reihe. Er hat seine aktiven Zeiten allerdings hinter sich, früher war er aber als kommandierender Befehlshaber der Armee von Corneria auch der Vorgesetzte von James McCloud, dem Vater von Fox. Andross jedoch widersetzte sich damals den Anweisungen von General Pepper und aktivierte eine Superwaffe, was beinahe das Ende für den Planeten Corneria bedeutet hätte - das war in "Star Fox" auf dem Super Nintendo. Später, in "Lylat Wars" auf dem Nintendo 64, im Krieg zwischen Corneria und Venom, hält sich General Pepper zwar im Hintergrund, gibt Fox und seinem Team aber immer noch wichtige Informationen und Anweisungen.

Zuletzt schließlich ein Klassiker: "Duck Hunt" erschien Mitte der 80er Jahre für das NES und unterstützte die Light Gun. Inhalt des Spiels ist das Abschießen von Wildenten, also ein ähnliches Gameplay wie Jahre später die "Moorhuhnjagd". Als stilechter Jäger habt ihr in "Duck Hunt" aber auch einen Jagdhund dabei, der nach einem Treffer die Enten aus dem hohen Gras holt, der aber auch nicht davor zurück hält, euch auszulachen, wenn ihr daneben geschossen habt. Jahrzehnte später tauchten Hund und Ente unter dem Kombi-Namen Duck Hunt Duo in "Super Smash Bros. für Wii U" als Kämpfer wieder auf. Zudem haben sie auch einen Gastauftritt in der Videogame-Komödie "Pixels": Sie werden als einer der Preise von den Außerirdischen auf die Erde geschickt und sofort von einer älteren Dame als Haustiere aufgenommen.


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