POKÉMON ROT / BLAU

Diesen Mittwoch jährt sich zum neunten Mal der Tag, an dem die Pokémon Deutschland eroberten: Am 8. Oktober 1999 erschien bei uns das erste Pokémon-Spiel bzw. die ersten beiden, nämlich die Rote und die Blaue Edition für den Gameboy. In Japan ging es schon 3 1/2 Jahre früher los, am 26. Februar 1996, dort gab es allerdings nicht Rot und Blau sondern Rot und Grün. Die Blaue Edition wurde dort 15. Oktober 1996 noch nachträglich hinterher geschoben. Bei uns wurde die Grüne Edition dann weg gelassen, weil dort das Design der Pokémon etwas gewöhnungsbedürftig war.
Nicht unbedingt gewöhnungsbedürftig aber auf jeden Fall neu war auch das Spielprinzip von Pokémon. Dass man traineren muss, um stärker zu werden, gab es auch schon in anderen Rollenspielen, aber selten musste man seine Monster sammeln und noch nie brauchte man zwei Spiele, um die Sammlung komplett zu kriegen.
Aber fangen wir erstmal bei der Story an, auch wenn die nicht besonders spektakulär ist. Ihr übernehmt die Rolle des 10-jährigen Ash Ketchum (in Japan heisst er Satoshi, benannt nach Pokémon-Erfinder Satoshi Tajiri) und eines Tages ruft euch Professor Eich zu sich. Der gute Mann bittet euch um einen kleinen Gefallen, was sich als ein Botengang heraus stellt: Ihr müsst ins benachbarte Vertania City spazieren und dort ein Paket für den Professor abholen. Als Begleitung leiht euch der Professor auch eins seiner Pokémon aus: Ihr habt die Wahl aus dem Pflanzen-Saurier Bisasam, der Feuer-Echse Glumanda oder der Wasser-Schildkröte Schiggy. Mit einem dieser Pokémon im Gepäck pilgert ihr also nach Vertania City, nehmt das Paket im Empfang und spaziert dann zurück nach Alabastia, wo die nächste Überraschung wartet: Professor Eich zaubert zwei Pokédex aus dem Paket, und weil er bemerkt, dass das Pokémon euch anscheinend mag, überreicht er euch kurzerhand einen dieser Pokédex, womit ihr ein offizieller Pokémon-Trainer seid. Der zweite Pokédex geht an Professor Eichs Neffen Gary (in Japan heisst er Shigeru, benannt nach irgendso einem Nintendo-Mitarbeiter, der mal einem pummeligen Klempner mit roter Mütze erfunden hat ^^). Und ihr beide bekommt den Auftrag mit auf den Weg, den Pokédex zu füllen, also alle 150 Pokémon zu fangen. Damit beginnt dann euer Abenteuer!
Insgesamt hat das Spiel zwei Ziele. Das erste ist das Besiegen der Top Vier. Dabei handelt es sich um vier starke Trainer mit genauso starken Pokémon. Um allerdings Zutritt zum Indigo Plateau, wo sich die Top Vier befindet, zu erhalten, braucht ihr erst einmal acht Orden, und die könnt ihr in Arenen gewinnen: Im ganzen Land verteilt gibt es acht Arenen, die sich jeweils auf einen bestimmten Pokémon-Typ spezialisiert haben. Ihr müsst die Arenen finden (was nicht so wirklich das Problem ist, denn sie liegen quasi am Weg) und darin die Arenaleiter besiegen. Als Zeichen eures Sieges gibt es dann einerseits eine TM (Abkürzung für Technische Maschine), mit der ihr einem eurer Pokémon eine neue Attacke beibringen könnt, andererseits aber auch einen Orden. Und mit acht Orden geht's wie gesagt ab zum Indigo Plateau!
So weit, so gut. Wenn die Top Vier besiegt ist, seht ihr den Abspann und habt das Spiel eigentlich durch gespielt. Aber als 100 % abgehakt betrachten die meisten Spieler das Spiel erst, wenn 150 bzw. sogar 151 Einträge im Pokédex stehen. Und am Fangen von Pokémon kommt ihr sowieso nicht vorbei, denn es gibt 15 verschiedene Pokémon-Typen, die allesamt verschiedene Stärken und Schwächen haben. (Ja, ihr Superschlauen, eigentlich gibt es 17 Typen, aber Stahl und Unlicht gab es damals noch nicht, die kamen erst in Gold und Silber dazu.) Da aber jedes Pokémon höchstens zwei Typen haben kann, meistens sogar nur einen, ist es unumgänglich, sich eine kleine Sammlung anzulegen, wenn man für alle Eventualitäten gerüstet sein will.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, an Pokémon ran zu kommen. Die gängigste ist es, sie einfach mit einem Pokéball zu fangen. Pokébälle haben ungefähr die Grösse von Apfelsinen und sind oben rot und unten weiss. Wirft man sie auf ein Pokémon und ist das Pokémon genug geschwächt, dann verschwindet es im Pokéball und gehört von nun an auch. Die meisten Pokémon, die ihr auf diese Weise fangen könnt, trefft ihr nach dem Zufallsprinzip im Gras, aber es gibt auch einige Pokémon, z.B. die Legendären, die irgendwo fest rum stehen und darauf warten, von euch abgeholt zu werden - freilich nicht, ohne sich vorher kräftig zur Wehr zu setzen! Ansonsten besteht noch die Möglichkeit der Evolution und des Tauschens. Viele Pokémon entwickeln sich weiter, wenn eine bestimmte Bedingung erfüllt ist, was in den meisten Fällen das Erreichen eines bestimmten Levels ist. Und da es viele höher entwickelte Pokémon nicht in freier Wildbahn gibt, ist eine Evolution unumgänglich. Und tauschen müsst ihr eben, um an die Pokémon ran zu kommen, die es in euerer Edition nicht gibt, denn in jedem Spiel fehlen von Haus aus schon mal 11 Pokémon, hinzu kommt, dass ihr an einigen Stellen im Spiel die Wahl zwischen zwei oder mehr Pokémon habt (z.B. bei den Fossilien im Mondberg oder bei der Entwicklung von Evoli) und dann ohne Tausch nicht mehr an die anderen Alternativen ran kommen würdet.
So weit, so gut. Man könnte zwar noch viel mehr über Pokémon erzählen, aber dann wäre die Sendung morgen früh noch nicht fertig! Stattdessen lieber noch ein paar Worte zum Erfinder von Pokémon. Der heisst, wie gesagt, Satoshi Tajiri. Er wurde am 28. August 1965 in einem Vorort von Tokyo geboren, und als Kind hat er in der Wildnis hinter seinem Haus gern Käfer gesammelt und diese dann gegeneinander kämpfen lassen. Später wurde die Wildnis abgeholzt, was Tajiri traurig macht, und so beschloss er: Wenn die Kinder keine Chance mehr haben, hier echte Käfer zu sammeln, dann muss das eben in Form eines Computerspiels gehen! Er sponn die Idee weiter und heraus kam schliesslich Pokémon. Wobei ursprünglich keine Firma das Spiel veröffentlichen wollte. Nintendo erbarmte sich dann aber und veröffentlichte das Spiel doch, allerdings mit einer sehr vorsichtigen Startauflage: Gerade einmal 200 Exemplare wurden heraus gebracht! Dass dann so ein phänomenaler Erfolg daraus werden würde, damit hat wohl niemand gerechnet. Das Aussehen der Pokémon wurde übrigens von Ken Sugimori entworfen. Die Pokémon-Melodien komponierte Junichi Masuda, der vorher auch schon das Mega Drive Spiel "Pulseman" vertont hatte.
Ein abschliessender Hinweis noch: Schaltet am Mittwoch um 20:00 Uhr wieder XORadio ein, denn dann läuft hier dass grosse "Pokémon Music Timewarp" Special, das euch die komplette Geschichte von Pokémon in Deutschland vor Augen führt und zu fast jedem Spiel die passende Musik parat hat!
Fazit: 150 Pokémon, ja, das sind wirklich viel, doch ich will Pokémon-Meister sein, das ist mein Ziel!


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