Wetten das ...
"In Ordnung, die Wette gilt!" Mit diesen Worten verließ Sir Darknight den Hof von Schloß Nottingcheese. "Da hab ich mir ja was schönes eingebrockt," stöhnte der König. "Was ist denn los?" fragte Hans, der zufällig vorbei kam. Der König begann, zu erzählen: Er hatte mit Sir Darknight gewettet, daß seine Ritter das Turnier von Difficultien mit Abstand gewinnen würden - und er hatte leichtfertig um Schloß Nottingcheese gewettet! "Aber Majestät," meinte Hans, "das ist doch kein Grund, zu verzweifeln. Wir drei - Bruno, Gustav und ich - werden das Turnier mit Leichtigkeit gewinnen! Endlich mal eine richtige Herausforderung!" Noch am selben Tag machten sich die drei auf den Weg nach Difficultien.
"Und wenn die es nun doch schaffen?" grübelte inzwischen Sir Darknight hin und her, "dann wäre ich meine schöne Burg los! Das gibt es nur eins - Sabotage!!!" Und so machten sich auch Darknights Ritter auf den Weg nach Difficultien.
Difficultius, der König von Difficultien, begann mit der Regelerläuterung: "Bevor es los geht kämpfen je zwei der insgesamt acht Teilnehmer gegeneinander! Die vier Gewinner sind beim eigentlichen Turnier dabei!"
"Sir Darknight," rief ein Knappe Darknights, "ich habe Euch eine supertolle Lanze besorgt, mit der Ihr diese käsigen Nottingcheeser mit Sicherheit besiegt!" - "Gute Arbeit, Fiesmann, wenn ich gewinne, schenke ich dir eine Bodenplatte aus dem Hof von Schloß Nottingcheese!" Und dann ging es los. Darknight, der auf eigenen Wunsch gegen Bruno antrat, flog natürlich sofort aus dem Sattel - weil seine Lanze schon vor der Berührung mit dem Feind zerbrochen war. "Fiesmann, wo hattest du diese Lanze her?" fluchte er. "Vo-vom Zelt der Nottingcheeser... die haben doch die besten Waffen, oder?" - "Schon, du Dummkopf! Aber die habe ich doch angesägt... ooops!" Und sofort wurde Darknight gnadenlos disqualifiziert und die Nottingcheeser waren weiterhin im Rennen. "Egal," dachte sich Darknight, "so kann ich wenigstens persönlich die Sabotierung, äh, Sabotage überwachen!"
Die nächste Disziplin war eine Pferderennen über nicht 42 sondern 420 Kilometer. Dafür wurde Hans ausgewählt, weil der notfalls auch zu Fuß noch recht schnell wäre. "Jetzt laß mich aber bloß nicht im Stich, Rosinante!" sprach er vor dem Start zum Pferd.
Von sich aus wäre Rosinante auch wirklich ganz ruhig geblieben, aber - nun ja, wie würden Sie als Pferd reagieren, wenn Ihnen Sir Darknight mit einem Schwert in den Hintern pieksen würde?? Wahrscheinlich doch genau so, wie Rosinante reagierte - unbeschreibbar! Nun lag Hans hinten. Das freute Darknight natürlich. Doch Rosinante war ja nicht gerade eine Schnecke - sie hätte ein Rennauto überholt, wenn es das schon gegeben hätte. Doch auch das war für Darknight kein Problem - er schmierte einfach irgendeine glitschige Masse auf die Rennstrecke. Alles wäre gut gegangen, wenn er nicht selber darauf ausgerutscht und anschließend überrannt worden wäre...
Die restlichen 400 Kilometer müssen nicht unbedingt Stück für Stück erzählt werden. Jedenfalls gewann Hans mit Abstand und Darknight bekam die mit Abstand röteste Gesichtsfarbe. Nun erklärte der König: "Um wirklich zu gewinnen muß einer von Schloß Nottingcheese bei einem sehr schwierigen Glücksspiel gewinnen!" Das übernahm Gustav. Seine Aufgabe: Sechs Eimer und unter einem lag ein Goldstück. Wenn er das auf Anhieb fand hätte er gewonnen. "Wenn wir aber schon so einen Hokuspokus machen," sagte er vorher, "dann richtig! Man gebe mir einen Würfel!" Das war wieder Darknights Chance: er gab Gustav einen gezinkten Würfel, der nur Einsen hatte. Woher sollte er auch wissen, daß das Goldstück ausgerechnet unter Eimer eins lag?
"Gut," sagte der König von Nottingcheese, "du darfst deine Burg behalten, Darknight, meine Leute würden sich da nur gruseln. Aber jetzt muß gefälligst Frieden sein zwischen uns beiden! Klar?"
Das Fest, das an diesem Abend auf Nottingcheese gefeiert wurde, ist bis heute nicht überboten worden.